Das Projekt "Leben im Mittelalter" der Klasse 8b

 

 

Im Schuljahr 2008/2009 hat sich die Klasse 8b intensiv mit dem Thema „Das Leben im Mittelalter“ auseinandergesetzt. Gruppenweise haben die 28 Mädchen sich mit verschiedenen Schwerpunktthemen im Leben der Menschen ab dem 9. bis zum14. Jahrhundert vertraut gemacht. Grundlage der Arbeiten waren die entsprechenden Kapitel in dem Schulbuch Geschichte und Geschehen von Klett. Die Aufgabe bestand darin, dass jede Gruppe passend zu ihrem Thema eine Station gestalten sollte, die Kindern im Museum den Zugang zum Thema erleichtert. Als Vorbild diente den Schülerinnen der Zeitraum des Landesmuseums in Mainz, der verschiedene Stationen zu historischen Epochen bietet, an denen die jungen Besucher auf spielerische Art und Weise ihr Wissen erproben und neues Wissen erwerben können. Somit standen Mitmachprojekte und Informationstafeln im Mittelpunkt. Teamarbeit war ebenso gefragt wie Faktenwissen und Kreativität. Jede Gruppe durfte auf der Basis der Informationen, die ihr in Form von erklärenden Texten und historischen Quellen vorlag, eine Station in einem Mittelalter-Raum gestalten.

Dabei entwickelten die Gruppen innerhalb von mehreren Wochen verschiedene Mitmachspiele, ein großes Modell eines mittelalterlichen Dorfes, eine Mittelalter-Zeitschrift mit Quiz, ein Lexikon, eine Porträtsammlung verschiedener Personen, die im Mittelalter gelebt haben und informative Plakate zur Weiterentwicklung der sakralen Architektur.

Mit viel Eifer, Spaß und großem Engagement haben die Mädchen Ideen gesammelt, einige verworfen und andere hervorragend umgesetzt. Davon können Sie sich jetzt selbst überzeugen.


 

 

 

Viel Vergnügen beim Stöbern auf den Mittelalter-Seiten!

 

 

 

 

Die erste Station zeigt das selbst nachgebaute Modell eines mittelalterlichen Dorfes mit der Kirche im Mittelpunkt, einigen Höfen sowie Feldern und einem kleinen See in unmittelbarer Nähe.

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

Station 2 zeigt ein Klosterlexikon, in dem verschiedene mittelalterliche Fachbegriffe rund um ein Kloster erklärt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Zur Ausstellung gehörte außerdem ein Ritterrätsel, das man lösen konnte, wenn man die Ritterzeitschrift durchgelesen hatte. Darin befanden sich hilfreiche Informationen rund um das Leben der Ritter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Station 4 gibt ausführliche Einblicke in das Leben auf der Burg. Dazu dienen Informationstafeln, ein Burgspiel und der selbstgebaute Grundriss einer Burg mit Burgfried und Wehrtürmen.

 

 

 

 

 

  

 

Neben einem Tagebuch (Station 5), konnten sich die Besucher der Ausstellung am Informationstag im Dezember 2008 an Station 6 über das Stadtleben informieren.

Während Station 7 Informationen über das Judentum im Mittelalter bereit hielt und die 9.Station am Beispiel der Mainzer Kirche St. Quintin und dem Speyrer Dom  ein Vergleich zwischen romanischen und gotischen Bauwerken lieferte, wartete Station 8 mit einem Spiel rund um das Leben im Kloster auf.

 

 

 

 

 

 

Textbeispiele aus der Porträtsammlung:

 

 

Aus dem Leben eines mittelalterlichen Müllers:

 

Guten Tag, ich bin der Müller. Ich gehöre zu den wichtigen Personen im Dorf, denn ich besitze die Mühle, die einzige große Möglichkeit, das Grundnahrungsmittel Getreide zu mahlen; Gemüse verzehren wir nur wenig [und die Kartoffel ist bei uns in Europa noch unbekannt.] Oft mahlen wir mit einer Wassermühle, mit Windmühlen oder Trockenmühlen, die von Tieren angetrieben werden. Diese sind wie das Haus des Schmieds rechtlich geschützt. Leider wird uns der Ruf eines unehrlichen Menschen nachgesagt, denn es gibt keine zuverlässigen Waagen für das Getreide, und wir können leicht bezüglich der Gewichte betrügen. Die Bauern können das Verhältnis zwischen dem abgelieferten Getreide und dem Mehl nicht kontrollieren. Jedoch sind wir handwerklich einsame Spitze.

 

 

 

 

 Martin, ein Gaukler ohne festen Wohnsitz

 

He ho, ich bin Martin der Gaukler. Ich gebe offen zu, dass ich ein unehrlicher bin. Meine Tanz- und Gesangsdarbietungen, die ich auf dem Marktplatz vollführe, sind zwar bei Jung und Alt beliebt, dennoch werde ich verachtet. Die Leute denken, wir würden kein ordentliches Leben führen. Sie glauben, dass wir nicht an Gott glauben würden. Deshalb dürfen wir auch nur ausnahmsweise an den heiligen Handlungen, den Sakramenten, teilnehmen. Die Priester entscheiden so, ob wir nach dem Tod in den Himmel kommen. Wenn wir heiraten, können wir das also auch nicht in der Kirche tun. Von dem Geld, das mir die Leute in meinen Hut werfen, gehe ich abends in ein Wirtshaus. Natürlich bekommen wir Tipps von Gauklern, die schon einmal hier in der Stadt waren. In vielen Schenken haben wir nämlich „Hausverbot“. Als ich noch ein Kind war fand ich das ungerecht, jetzt habe ich mich damit abgefunden. Mein zu Hause ist ein Planwagen mit dem unsereins von Stadt zu Stadt fährt. Im Grunde bin ich mit meinem Leben zufrieden. Nur manchmal träume ich davon, ein Handwerker zu werden. Doch das wird wohl ewig ein Traum bleiben.